Mit dem Freiraumbus in London

Ich hatte ja schon berichtet, dass ich im Juni mit meinem Herzensmenschen auf großer Sommerreise war. Ziel war London, denn unser Lieblingssohn arbeitete dort als Au-Pair.

London stellte unsere Nerven vor der Reise auf die Probe. Dort gibt es eine Emissionszone, für die der Freiraumbus registriert werden musste. Und zwar VORHER. Reinfahren in die Emissionszone ohne Registrierung führt zu unerfreulicher Post nach dem Urlaub. Das hatten zumindest meine Recherchen ergeben. Okay, es war mein Fehler, dass ich mutig meinte, man könne so einfach losfahren. Gut, dass mir das Thema 10 Tage vor Abfahrt „zufällig“ über den Weg lief. Die Genehmigung traf am Abreisetag in letzter Minute ein. So konnten wir dann doch einen Campingplatz in London buchen.

Ich gebe zu, sowas stresst mich.

Der Freiraumbus landete in Dover und ich fuhr ihn mutig von der Fähre. Ich sage nur: „Linksverkehr!“ Mit Zwischenstopp in Canterbury fuhren wir nach London rein. Das Navigationsgerät liess sich netter Weise auf „Miles per hour“ umstellen. Die Geschwindigkeitsbegrenzungen wollten wir dann doch ordentlich einhalten. Selten habe ich so viele Verkehrskameras gesehen, wie in England.

Der Campingplatz lag super und vor allem ruhig. Kaum zu glauben in so einer Großstadt. Allerdings auf einem Hügel, besser gesagt einem kleinen Berg. Damit hatte ich in den nächsten Tagen ziemlich zu kämpfen, denn wir waren mit dem Fahrrad unterwegs. Ich mag diese Mobilität. Das ersparte das Orientieren im öffentlichen Nahverkehr und ermöglichte ganz andere Blickwinkel auf die Stadt. Unser Sohn hatte sein Fahrrad ja mit nach London genommen und so konnte er uns seine Lieblingorte zeigen.

Ich kann euch sagen, in den 3 Tagen London haben wir gefühlt alle Sehenswürdigkeiten abgeradelt. Kensington Garden, Hyde Park, Diana Memorial, Albert Bridge, National Museum of History, Harrods und Notting Hill erkundeten wir am ersten Tag.

Am Tag 2 in London schloss ich endlich den Lieblingssohn in die Arme, denn wir holten ihn bei seiner Gastfamilie ab. Ich gebe zu, es kamen mütterliche Tränen der Rührung. Zu dritt radelten wir zum Greenwich Park und genossen den Blick auf die Skyline von Canary Wharf. Runter zur Themse und dann unter der Themse durchgeradelt und im Bankenviertel wieder rausgekommen. Eine Runde durch Canary Wharf gedreht und dann entlang der Themse zur Tower Bridge. Die Frage, ob wir unsere Räder über die Brücke schieben oder drüberradeln war schnell beantwortet. Wir radeln!

Weiter zur Tate Gallery. Da wollte ich immer schon mal rein. Stand auf meiner Löffelliste. Von da aus hatten wir auch einen genialen Blick auf die Stadt. Ach ja und super Wetter war auch die ganze Zeit.

Ja und dann ging es wieder zurück zum Campingplatz. Die Bergwertung war das eine Handicap. Das andere waren die roten Doppeldeckerbusse. Denn Fahrräder und Busse teilen sich eine Spur. Ich sage euch, das ist ein ziemlich skurriles Gefühl, wenn du Slalom um die roten Busse fährst. Dann wieder von ihnen überholt wirst. Und das alles natürlich im Linksverkehr. Aber ich wollte das ja so!!!

Tag 3 (siehe Zeichnung) begann mit einem spektakulären Rundum-Ausblick vom Skygarden auf die Skyline von London. Ich hätte da oben Stunden verbringen können. Doch wir wollten noch die St. Pauls Cathedral sehen, den Trafalgar Square und den Buckingham Palace. Am Big Ben, dem Houses of Parliament und dem London Eye vorbei führte unser Weg noch „kurz“ ins British Museum bevor wir dann zu einem abendlichen Treffen mit der Gastfamilie unseres Sohnes radelten. Das war eine ordentliche Tour, die dann zu nächtlicher Stunde wieder mal mit Bergwertung zurück zum Crystal Palace Campground gekrönt wurde.

Ich war ziemlich beeindruckt von London. Die Stadt zeigte sich von ihrer besten Seite mit Sonnenschein und freundlichen Menschen.

Und im Rückblick bin ich sehr dankbar, dass ich mir jeden Tag Zeit genommen habe, die Tageserlebnisse per Reaktivzeichnung in mein Reisetagebuch zu zeichnen.

***
Dieser Text gehört zur Bloparade “Mein Sommer: Zwischen Brotjob, Kultur und Ferien”. Kulturmacher*innen und Kulturschreiber*innen, die sich dieser Aktion anschließen wollen, finden die Teilnahmebedingungen unter https://kulturblogclub.wordpress.com/2017/06/21/einladung-aktion-sommer-zwischen-brotjob-kultur-ferien/

4 Kommentare

  1. christine

    sehr schön….und meine Bewunderung für das Radeln im Verbund mit den Doppeldeckern. Alle Achtung! Das war wirklich mutig.

    • Freiraumfrau

      Liebe Christine,
      danke für dein Kompliment zu meinem Mut. Ja, so zwischendurch kam ich mit echt auch ganz schön mutig vor.
      Liebe Grüße,
      Angelika

  2. Spannender Beitrag. So habe ich London noch nie gesehen bzw. wahrgenommen. Mit Campmobil und Fahrrad in und durch die Stadt. Ich nicke dann mal anerkennend mit dem Kopf. Besonders faszinierend finde ich dabei allerdings deine Art zu zeichnen. Reaktivzeichnen. Werde ich mir merken. Danke schön.

    • Freiraumfrau

      Liebe Kari,
      danke für dein anerkennendes Nicken. Ja, es ist eine besondere Art zu reisen. Deshalb liebe ich meinen Freiraumbus so.
      Vielen Dank auch für dein Kompliment zu meinem Zeichenstil. Ich zeichne mein ganzes Leben schon und habe meinen Weg und Stil gefunden.
      Mit Herzensgrüßen,
      Angelika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.