Freiraumbus: Auf einer britischen Landstraße

Zeichnung-Reisetagebuch

Im Vorfeld unserer Sommerreise hatte ich ja schon gehört, dass die englischen Landstraßen ziemlich schmal sein sollen. Zudem sind sie häufig begrenzt von ziemlich hohen Hecken. Es gibt Stellen, da ist die Straße so schmal, dass die Spiegel rechts und links die Hecken streifen. Wer glaubt, das seien dann Einbahnstraßen, der irrt. Manchmal gibt es einen Ausweichplatz und manchmal kommt dir auf einer solchen Straße ein Doppeldeckerbus entgegen. Nur gut, dass ich nach über 3 Jahren und fast 40.000 km die Abmessungen meines Autos gut kenne. Trotzdem hat der Freiraumbus den einen oder anderen Kratzer abbekommen. Immerhin sind die Spiegel drangeblieben. Soweit zu den guten Nachrichten.

Doch dann kommt uns auf dem Weg nach Plymouth ein ziemlich breiter, ziemlich schneller LKW entgegen. Uns bleibt nur die Wahl, nach links in die Hecke auszuweichen oder rechts Spiegel und Außenseite zu opfern. Im Prinzip ist die Hecke die richtige Entscheidung, wäre da nur nicht dieser hochstehende Gullideckel am Straßenrand, der den linken Hinterreifen durchbohrt.
Bäääm!!!
Wir hören ein komisches Geräusch und wissen gleich: Der Reifen ist hin!
Zum Glück gibt es 100 Meter weiter auf der rechten Seite eine klitzekleine Ausweichbucht, in die der Freiraumbus mit plattem Hinterreifen grad noch so rollen kann…

Ich gebe zu, das Thema „Reifenpanne“ habe ich immer ausgeklammert. Dass ein Wagenheber im Auto ist, das weiß ich. Aber ich habe keine Ahnung, wo sich das Ersatzrad versteckt. Nachdem der ersten Schreck überwunden ist, findet sich das Ersatzrad mit Hilfe des Handbuchs. Die Beschreibung, wo denn der Wagenheber angesetzt werden muss, ist leider mangelhaft. Ein intensives Telefonat mit der heimatlichen Werkstatt hilft und eine Zeichnung, die ich netterweise gemailt bekomme.

Die Nerven liegen blank. Die Sonne brennt total unenglisch auf uns herab. Autos rasen an uns vorbei. Nur gut, dass wir Unterstützung vom Lieblingssohn haben. Mit vereinten Kräften können wir den Reifen wechseln.

Wir haben Glück im Unglück. Der Ersatzreifen stammt aus der gleichen Serie wie die übrigen Reifen. In der Nähe finden wir eine Tankstelle, an der wir den Reifendruck kontrollieren können. So entscheiden wir, die Reise mit dem Ersatzreifen fortzusetzen.

Genau an diesem Tag ziehe ich übrigens morgens die EINZIGARTIGKEIT aus meinem Kartenset Wie passend.
Ich gebe zu, auf diese einzigartige Erfahrung hätte ich locker verzichten können.

***Das könnte dich auch interessieren:
Mein Kartenset
Mit dem Freiraumbus in London
Freiraumbus Sommerreise: Der Weg ist das Ziel!
Mein Haus am See hat Räder

2 Kommentare

  1. Christine

    köstlich – nachdem ich selber häufig in England bin, lese ich besonders gern den Freiraum-Reisebericht. Was für eine gelungene Erzählung!

    • Freiraumfrau

      Liebe Christine, das freut mich doch, wieder mal, sehr zu hören. Ja, ja, so manche Geschichte gewinnt, wenn man etwas Abstand zu ihr hat. Wobei ich auf die Erfahrng eines geplatzten Reifens echt gut hätte verzichten können.
      Das Gute daran war immerhin, dass ich nun endlich weiß, wo der Ersatzreifen hängt und wieder mal, dass wir als Familie ein super Team sind.
      Liebe Grüße, wir lesen uns:-)
      Angelika

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.