frei:heraus – 10 Fragen an Marlis Lamers

10 Jahre Freiraumfrau

Von der Geburt meiner Marke bis heute traf ich wunderbare Menschen, die mir halfen an entscheidenden Kreuzungen den richtigen Weg einzuschlagen. Menschen, die mir ihr offenes Ohr schenkten und den Spiegel vorhielten. Die mir mit Rat & Tat zur Seite standen oder durch ihr Wirken mein Vorbild sind. Zum Jubiläum beschenken mich Wegbegleiter:innen mit inspirierenden Antworten auf meine zehn Fragen.

Meine heutige Interviewpartnerin ist Marlis Lamers:

Das, was jetzt kommt, das habe ich schon bei einigen Interviews geschrieben. Kennengelernt haben Marlis und ich uns über Social Media. Doch dann war ich im Frühjahr 2019 auf Tischgespräche-Reise bei Christine Kempkes in Oberhausen. Christine hatte die Einladung damals auch auf Facebook geteilt und Marlis hatte sich spontan entschlossen angemeldet. So saßen wir in großer Runde gemeinsam um Christines Tisch.
Als Marlis sich ihre YOLO, ein rotes Wohnmobil, kaufte, philosophierten wir über Wohnmobile. YOLO bedeutet übrigens: YOU ONLY LIVE ONES! Schöner Reminder, finde ich! Irgendwann wollen wir mal Seite an Seite stehen. Immerhin hat es die YOLO im Sommer 2020 schon nach München geschafft. Marlis und ich, wir trafen uns auf ein sehr schönes Gespräch mit Tiefgang in einem Biergarten.
Und in dem einen oder anderen Freiraumfrau-Salon war Marlis auch mein Gast.

Liebe Marlis:

1. Meine Lieblingsfrage steht gleich am Anfang. Freiraum ist ein großes Wort, unter dem jeder sich etwas anderes vorstellt. Was bedeutet Freiraum für dich?

Für mich bedeutet Freiraum mir selber die Erlaubnis zu geben, Themen anzusprechen, die im Allgemeinen als Tabu gelten. Freiraum ist die Möglichkeit, in einer Gesellschaft zu leben, in der ich es auch offen tun kann. Und damit meiner Intuition zu folgen, ein Sprachrohr für sensible Themen zu sein, um Menschen in schwierigen Situationen zu unterstützen.

2. Das C-Wort ist in aller Munde. Welchen Freiraum vermisst du ganz besonders?

Mir fehlen die Ausflüge mit meiner YOLO und die Spontanität, mich einfach in ein Café setzen zu können oder Freunde zu treffen. Und ganz besonders die herzlichen Umarmungen.

3. Wenn es um dich herum mal wieder hoch hergeht, was tust du dir Gutes um wieder in deine Mitte zu kommen?

In solchen Momenten ziehe ich mich in die Stille zurück und reflektiere schreibend. Oder ich setze mich in die YOLO und fahre an ein Gewässer.

4. Im Moment verbringen wir viel Zeit zu Hause. Die Innenarchitektin in mir möchte gerne wissen, wo du dir gerade mehr Freiraum in deinen Räumen wünschst?

Nach der Renovierung im ersten Lockdown würde ich mir noch mehr Mut wünschen, weitere Dinge zu entsorgen und noch minimalistischer unterwegs zu sein. Mein Kleiderschrank wartet weiterhin auf einen Tag mit mir.

5. und 6.
Welche deiner Lebens- bzw. Arbeitsräume liebst du gerade ganz besonders und warum? Okay, das sind gleich 2 Fragen.

Ich liebe mein Büro mit dem Blick in Nachbars wunderschönen Garten und die niederrheinische Pappellandschaft. Meine Wohnung habe ich wieder schätzen gelernt, nachdem ich so viel unterwegs war. Sie bietet Schutz, Inspiration und das Gefühl von Heimat.
Zu meinem neu entdeckten Lebensraum gehören mein Wohnumfeld und meine täglichen Spaziergänge durch Felder und Wiesen.

7. Ich glaube daran, dass die Welt ein besserer Ort wird, wenn wir mehr von dem tun, was uns wirklich am Herzen liegt. Was ist dein Herzensthema?

Ich beschäftige mich unter dem Oberthema „Kommunikation“ mit Tabuthemen, hauptsächlich im Pflegebereich oder am Lebensende, und der Emotionserkennung.

Ich möchte Menschen befähigen, auch in schwierigen Situationen nicht „sprachlos“ zu werden. Mir ist die Praxisnähe wichtig: nach dem Anschauen eines Videos von mir, dem Lesen eines Artikels, der Teilnahme an einem Seminar oder online Kurs sollen sie gleich mit der Umsetzung starten können.

8. Was motiviert dich an deinem Herzensthema dranzubleiben, wenn dich mal ein Durchhänger plagt?

Ich versuche mich dann mit anderen Dingen zu beschäftigen und mir Zeit und Ruhe zu gönnen. Bisher kam nach einer Phase des Nichts-Tuns immer eine Zeit der Kreativität und der schnellen Umsetzung. Jedes Auto braucht einmal eine Inspektion und einen Ölwechsel. Warum sollte es bei mir als Mensch, auch wenn ich keine Maschine bin, anders sein?

9. „Marke ist das, was die Menschen über dich sagen, wenn du den Raum verlässt!“, sagt Jeff Bezos, der Gründer von Amazon. Jetzt bin ich gespannt! Was sagst du über mich, wenn ich den Raum verlasse?

Du verkörperst für mich Gradlinigkeit, gepaart mit einer klaren Kommunikation und der Reduktion auf das Wesentliche. Dich umgibt eine stille, aufrechte Ausstrahlung, eine Haltung von Struktur und Direktheit, die Vertrauen und Zugewandtheit verkörpert. Gewissermaßen sehe ich in Dir den Hals des Trichters, aus dem nur die wirklich wichtigen Dinge, die Essenz des Gegenübers, tropfen. (Warum kommt mir gerade das Bild von dem Buch „Das Parfum“?)

Der Freiraumbus mit seinem Minimalismus beinhaltet alle Deine Stärken und ist eine schöne Metapher für Deine Marke.

10. Ich stehe an der Schwelle zu den nächsten 10 Freiraumfrau-Jahren. Was gibst du mir mit auf den Weg? Wünsche, Verbesserungsvorschläge, Inspiration? Ich bin gespannt.

Zehn Jahre sind in unserer schnelllebigen Zeit ein Meilenstein, zu dem ich Dir herzlich gratuliere.
Ich wünsche Dir Leichtigkeit: für Deine Projekte, Dein Wachstum und Deine eigene Reflexion. Das Ende aller Mühen, Flow und den Mut, Wege neu zu gehen, umzukehren, abzubiegen.
Aber vor allem immer die Gewissheit, dass dieses Leben keine Generalprobe ist, sondern eine Premiere mit unbekanntem Ende.

Danke, liebe Marlis für deine feinen Antworten!

Fotocredit: Dominik Asbach

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