Kraft tanken an Seelenorten

Sylvensteinspeicher

Das Foto stammt aus dem Dezember 2017 und erinnerte mich an einen meiner Seelenorte, den Sylvensteinspeicher.

Die Natur und ich:

Ich brauche die Natur, um mich immer wieder in meine Mitte zu bringen. In der Ruhe finde ich meinen Wesenskern und kann wieder neue Ideen kreieren. Es gibt ganz besondere Orte, an die es mich immer wieder zieht. Seelenorte nenne ich sie.

Was ist denn ein Seelenort?

Kennst du so Orte, an denen du ankommst und du spürst, dass dein Herz aufgeht. So ein Ort ist der Sylvensteinspeicher für mich. Ich komme dort hin, egal zu welcher Jahreszeit und wenn ich dann unten am See stehe, dann habe ich dieses Gefühl des Verbunden seins. Dort, am See, mit mystischem Nebel stand ich im Novemer 2013 als Teilnehmerin einer Basenfastenkur. Unsere Kursleiterin Ute sagte beim morgendlichen Ritual am See: „Wisst ihr eigentlich, dass NEBEL rückwärts gelesen das Wort LEBEN ergibt?“

Das Leben erscheint, wenn die Nebel sich lichten!

Diesem Satz spüre ich an diesem, meinem Seelenort immer nach. Dort fügte sich zu meinem Wunsch nach einem Haus am See endlich eine unkonventionelle Lösung. Im Wald am Sylvensteinspeicher gibt es einen Nachtparkplatz für Wohnmobile und eine Fastenteilnehmerin schenkte mir die Idee, doch mal ein Wohnmobil zu mieten, um zu testen, wie sich das anfühlt. Mein Haus am See hat Räder ist dort am Sylvensteinspeicher als Lösung für meinen Herzenswunsch entstanden.

Kraft tanken an Seelenorten.

Seitdem kehre ich regelmäßig dorthin zurück, an den Ort, wo mein Freiraumbus „geboren“ wurde. Normaler Weise steht er auch zur Wintersonnenwende im einsamen Wald. Ich tanke Kraft bei langen Spaziergängen. Auch mein Jahresrückblick entsteht dort. An diesem Ort sammel ich meine Seele in aufwühlenden Seiten wieder ein.

Dieses Jahr ist alles anders.

In diesem Jahr werde ich mich nur im Herzen an diesen Ort zoomen. Nicht nur coronabedingt bleibe ich daheim. Ich habe mir beide Handgelenke gebrochen und erlebe gerade meinen persönlichen Shut-down. Mir hilft, dass ich diesen Seelenort tief in meinem Herzen verankert habe. Ich bin dankbar, dass ich, seit ich den Freiraumbus fahre, jedes Jahr zu Wintersonnenwende dort gewesen bin. Dieses Jahr starte ich an diesem Abend stattdessen mit meiner Rauhnachtsgruppe.

Alles Schlechte hat auch was Gutes für sich.

Das sagt meine Mama immer. Oder wie es Kierkegaard formulierte: „Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“ Am kommenden Montag nehme ich mir Zeit für meinen Jahresrückblick. Ich erinnere gute und wegweisende Momente. Ich schenke Trauer und Enttäuschung ihren Raum. Ich verbinde mich mit den Menschen, die mich begleitet haben. All das mache ich in Briefform. Ich schreibe einen Brief an mein Jahr. Dieses Mal sitze ich nicht im Freiraumbus.

Meinen Seelenort Sylvensteinspeicher habe ich im Herzen und auf vielen wunderbaren Fotos.