frei:heraus – 10 Fragen an Renate Welkenbach

10 Jahre Freiraumfrau

Von der Geburt meiner Marke bis heute traf ich wunderbare Menschen, die mir halfen an entscheidenden Kreuzungen den richtigen Weg einzuschlagen. Menschen, die mir ihr offenes Ohr schenkten und den Spiegel vorhielten. Die mir mit Rat & Tat zur Seite standen oder durch ihr Wirken mein Vorbild sind. Zum Jubiläum beschenken mich Wegbegleiter:innen mit inspirierenden Antworten auf meine zehn Fragen.

Meine heutige Interviewpartnerin ist Renate Welkenbach:

Zuallererst traf ich Renate, wie könnte es anders sein, in den Weiten des Internets. Wir folgten uns auf Twitter. Und als dann meine Comicbiografie erschien, durfte ich auch ein Exemplar zu Renate schicken. Dann in echt haben wir uns auf dem legendären Eigenstimmig-Workshoptag kennengelernt. Doch so richtig Ruhe hatten wir an diesem Tag nicht für ein Gespräch. Das wollten wir vertiefen wenn der Freiraumbus bei ihr vorbeifährt. Bisher hat das leider nicht geklappt, in Coronazeiten ist das mit den Live-Treffen auch eh keine so gute Idee. Dafür haben wir uns regelmäßig in der virtuellen Kaffeeküche von Marjeta Prah-Moses gesehen. Und nun ist Renate heute hier im Interview und ich freue mich über ihre Antworten.

Liebe Renate:

1. Meine Lieblingsfrage steht gleich am Anfang. Freiraum ist ein großes Wort, unter dem jeder sich etwas anderes vorstellt. Was bedeutet Freiraum für dich?

Freiraum ist für mich ein Synonym für das Leben an sich, für Veränderung und für Entwicklungsmöglichkeiten. Mir ist es wichtig, Menschen und allem Neuen mit wohlwollendem Interesse zu begegnen und mich von vielfältigen Perspektiven inspirieren zu lassen. Dabei werde ich getragen von meinem Gestaltungswillen und meiner Kreativität. So gestalte ich im Bewusstsein der Verbindung mit allem aktiv mein Leben und übernehme die Verantwortung für mein Denken, Fühlen, Handeln und die damit verbundenen Konsequenzen.

2. Das C-Wort ist in aller Munde. Welchen Freiraum vermisst du ganz besonders?

Als ewige Freiberuflerin, die ortsunabhängig arbeiten kann und außerdem gerne spontan reist, ist für mich der stark begrenzte Bewegungsradius eine große Herausforderung – ich fühle mich wie ein Tier im Käfig. Genauso schlimm sind für mich die Kontaktbeschränkungen: Ich vermisse es sehr, Menschen physikalisch zu begegnen und echte Nähe zu spüren – ohne Angst, dass irgendjemand danach mit diesem aufdringlichen, kleinen C infiziert sein könnte.

3. Wenn es um dich herum mal wieder hoch hergeht, was tust du dir Gutes um wieder in deine Mitte zu kommen?

Wenn alles zu viel wird hilft vor allem: Alles abschalten. Stattdessen kreiere ich mir bewusst und je nach Laune auf unterschiedliche Weise Rückzugsmöglichkeiten und Ruhe – wandern, Wald, Yoga, manchmal Meditations-App oder auch einfach nur auf dem Sofa liegen.

4. Im Moment verbringen wir viel Zeit zu Hause. Die Innenarchitektin in mir möchte gerne wissen, wo du dir gerade mehr Freiraum in deinen Räumen wünschst?

Gerade jetzt schätze ich mich glücklich, dass unser Haus jede Menge Freiraum bietet – mehr brauche ich nicht.

5. und 6.
Welche deiner Lebens- bzw. Arbeitsräume liebst du gerade ganz besonders und warum? Okay, das sind gleich 2 Fragen.

Als fleischgewordenes Sowohl-als-auch liebe ich vor allem die mit unserer großen Wohnfläche verbundenen Wechsel- und Veränderungsmöglichkeiten: Physikalische Ortswechsel bieten eben auch immer neue Sichtweisen und deshalb ist das zumindest ein kleiner Ersatz für die fehlende Erweiterung des Horizonts mittels Reisen. Außerdem ist mir unsere Küche bzw. der Backofen während der vergangenen Monate besonders wichtig geworden, denn Backen empfinde ich als unglaublich beruhigend … und ja, wir haben beide trotz regelmäßiger sportlicher Betätigung zugenommen. :D

7. Ich glaube daran, dass die Welt ein besserer Ort wird, wenn wir mehr von dem tun, was uns wirklich am Herzen liegt. Was ist dein Herzensthema?

Ich wünsche mir, dass jeder Mensch gesehen, gehört und respektiert wird – in einer Welt, in der wir uns alle mit vereinten Kräften unseren Herausforderungen stellen. So können wir verantwortungsbewusst für eine lebenswerte Zukunft der nachfolgenden Generationen sorgen. Deshalb geht es mir bei allem, was ich mache, um Werte, Wirkung, Wandel und Weiterentwicklung. Deshalb setze ich mich dafür ein, dass Menschen und Organisationen ihre Einzigartigkeit herausarbeiten, auf dieser Basis ihren Nutzen erkennen, verständlich formulieren und zugunsten der für neue Lösungen nötigen Vielfalt einsetzen. Aus diesem Grund engagiere ich mich auch ehrenamtlich mit den Digital Media Women e.V. für Gleichstellung, Vielfalt und den digitalen Wandel.

8. Was motiviert dich an deinem Herzensthema dranzubleiben, wenn dich mal ein Durchhänger plagt?

Nach über 35 Jahren Selbständigkeit schätze ich mich glücklich, immer noch und immer wieder gern zu arbeiten, weil ich damit meinem Kernbedürfnis folge. Mein Beruf ist meine Berufung und damit ist die Grenze zwischen Arbeit und Freizeit fließend. Damit ist Dranbleiben die einzige Option … und dabei gönne ich mir auch Durchhänger als rekreative Auszeit.

9. „Marke ist das, was die Menschen über dich sagen, wenn du den Raum verlässt!“, sagt Jeff Bezos, der Gründer von Amazon. Jetzt bin ich gespannt! Was sagst du über mich, wenn ich den Raum verlasse?

Die Freiraumfrau ist für mich eine Pilgerin: Auf ihrem Weg stellt sie sich ihren Fragen, folgt ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen und verbindet diese mit den Anliegen anderer. Damit inspiriert sie sowohl sich selbst als auch andere und entdeckt immer wieder neue Freiräume, in denen sie sich weiter entfalten und wachsen kann, um „mit sich selbst identisch zu werden“ (diese wunderbar treffende Formulierung für den Sinn des Lebens hat der Autor Bas Kast während des Interviews im Hotel Matze, einem meiner Lieblings-Podcasts, verwendet).

10. Ich stehe an der Schwelle zu den nächsten 10 Freiraumfrau-Jahren. Was gibst du mir mit auf den Weg? Wünsche, Verbesserungsvorschläge, Inspiration? Ich bin gespannt.

Für die nächsten 10 Freiraum-Jahre wünsche ich dir vor allem Leichtigkeit, Lebensfreude und weiterhin neugierige Kreativität, entschlossenen Gestaltungswillen, wunderbare Entdeckungsreisen und traumhaft schöne Stationen mit deinem Freiraumbus – und natürlich soll die Arbeit mit deinen Wunschkundinnen und Wunschkunden dein Auftragsbuch und gleichzeitig dich selbst erfüllen!

Danke, liebe Renate für deine feinen Antworten!

Fotocredit: Sabine Arndt, Heidelberg

Alle Interviews auf einen Blick findest du hier: frei:heraus – 10 Fragen an…

Mit mir arbeiten: „Freiraum kreieren!“

Ich begleite dich aus Engstellenzeiten hin zu mehr Freiraum in deinem Leben. Die Essenz unserer Gespräche verankere ich meinen Zeichnungen.