Letztens, als ich mit dem Freiraumbus in Altötting landete

Zeichnung Altötting

Diese ist die Fortsetzung zu „Von Anglern, Hirschen und dem Wunsch nach Ruhe“. Bitte vorher lesen.

…Ich checke aus, erzähle auch, warum ich nicht weiter bleibe. Freue mich, dass ich als kleine Entschädigung für meine Enduro-Unbill nur die Hälfte der Stellplatzmiete zahlen brauche. Das versöhnt mich dann doch wieder.

Auf dem Weg nach Altötting muss ich tanken. Ihr kennt bestimmt die kleinen Dorftankstellen mit angeschlossener Werkstatt. Ich halte an so einer an und frage erst mal, ob ich auch mit Karte bezahlen kann. Klar, meinte der sehr nette Inhaber und erklärt mir den Tankomat, den ich übersehen hatte. Wir kommen ins Gespräch, in der Zwischenzeit betankt er liebenswürdiger Weise meinen Bus und prüft sogar den Luftdruck. Dafür erzähle ich vom Freiraumbus und zeige ihm, wie der von innen aussieht.
Beim Plaudern sagt er spontan: „Wie schön, FREIRAUM! Und Sie haben alles dabei.“

Klasse, wenn Leute verstehen, weshalb ich das mache. Ich bin total berührt von dieser Begegnung. Mein Herz geht auf. Ich spüre auf einmal wieder genau, weshalb ich auf Reisen gehe. Es sind die Begegnungen mit Menschen, die das Reisen ausmachen.

Die Sonne lacht von einem bayrisch-blauen Himmel und ich lasse mich durch ein ziemlich menschenleeres Altötting treiben. Wandele durch die verschiedenen Kirchen, gehe durch die Gnadenpforte. Stehe in der Gnadenkapelle vor der Schwarzen Madonna. Lese draußen im Umgang die vielen Votivtäfelchen.

Am Buch schreiben kann ich nur, wenn ich mit dem Freiraumbus unterwegs bin und eine Art Flow-Gefühl in mir spüre. An diesem wundervoll kreativen und vielseitigen Tag stimmt die Energie. Ich schreibe eine Rohfassung zum Kapitel „Begegnungen“.

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