„Du bist ja immer mutig!“
Oder „Klar, du mit deinem mittlerweile über 1400 Nächten, du machst das schon.“
Gefolgt von: „Ich könnte das nicht alleine in einem Wohnmobil reisen!“
Solche Sätze höre ich regelmäßig.
Dabei ist es ganz anders.
Mut braucht meine Entscheidung
Genau. Mut braucht immer wieder neu meine Entscheidung. Ich entscheide, mutig von meinem Weg zu erzählen (so, wie auch gerade in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift LISA).
So kam es, dass ich vor einiger Zeit auf LinkedIn auf Heike Löwensen stieß, die von ihrem Herzensprojekt MUTMACHEN erzählte. Ich fragte sie „einfach“, ob ich wohl dabei sein und auf dem türkisen Sofa Platz nehmen dürfte? Klar, den Mut mich zu überwinden und Kontakt aufzunehmen, den musste ich natürlich aufbringen. Doch was hätte schon außer einem NEIN passieren können? Stattdessen folgten eine begeisterte Zusage und ein Ideen sprühendes Telefonat.
So kam es, dass ich an einem Samstag Anfang September in Köln auf dem türkisen Sofa saß und Heike und allen Anwesenden davon erzählte, dass ich mir in der allerersten Nacht im Freiraumbus vor Angst fast in die Kutte gekackt hätte. Das steht übrigens wörtlich in meinem aktuellen Buch Geschichten aus dem Freiraumbus. Keiner hat gesagt, dass Mut immer da ist…
„Warum musste es gerade ein Wohnmobil sein?“, fragte Heike. Und ich erzählte grottenehrlich von meiner Sehnsucht nach einem Rückzugsort für mich, die ich mich damals, vor 12 Jahren, in der Begleitung meiner Tochter, die damals meine besondere Aufmerksamkeit brauchte, erschöpft hatte. So streiften wir das Thema Inklusion.
Das mit dem Haus war unrealistisch und durch viele wunderbare Fügungen, nachlesbar in meinen Büchern, wurde dann ein Haus mit Rädern, mein Freiraumbus. Mittlerweile stehen über 1400 Nächte in meinem Reisetagbuch seit 2014.
Mut führt zu Konsequenzen
Natürlich kamen wir im Interview auch zu den Konsequenzen. Denn weil ich anfing mutig meinem eigenen Leitstern – dem Freiraum – zu folgen, musste ich an vielen Stellen auch Veränderungen vornehmen. Wer einmal losgeht, kommt nicht mehr am Startpunkt vorbei.
- Ich modifizierte meine Art zu arbeiten.
- Ich kündigte mein Atelier.
- Ich folgte meiner Meersehnsucht.
- Ich weitete die Reiselänge aus.
- Ich verabschiedete Menschen, die ich als Energieräuber wahrnahm.
- Ich trennte mich im vergangenen Jahr nach fast 4 Jahrzehnten vom Vater meiner Kinder.
So ist das, wenn du mutig losziehst. Du weißt nicht, was sich daraus entwickeln wird. Gutes, wie auch manchmal Doofes bleibt dir verborgen, wenn du zuhause auf dem Sofa sitzen bleibst und passiv der Welt ausschließlich durch den Instagram-Filter zuschaust.
Mut braucht Tiefgang und Ehrlichkeit
Ich glaube daran, dass wir Menschen brauchen, die mutig ihre Geschichte erzählen und dadurch Vorbilder werden. Genau das ist mein Anliegen in meiner Arbeit als Freiraumfrau. Dazu gehört auch, mir hinter die Kulissen schauen zu lassen. Hui. Ganz schön viel Tiefgang war bei dem Interview dabei und auch ein paar Tränen sind bei mir geflossen.
Mut braucht Vorbilder
Insgesamt hatte Heike drei tolle Mutmach-Frauen (danke, dass ich eine davon sein durfte) als Gästinnen auf dem türkisen Sofa. Es hat auch mich ermutigt, zu hören, was andere so mutig in ihrem Leben gewuppt haben. Ich finde ja immer, dass gerade diese Geschichten den Mut greifbarer machen.
Pausen-Mut
Zum Glück hatte Heike genügend Pausen eingeplant an diesem wunderbaren Mutmach-Tag. Denn auch dann führten wir Mutgespräche und ließen die Mutfunken fliegen. Vor lauter Austausch war fast keine Zeit vom köstlichen Buffet zu kosten.
Nachmittägliche Mut-Sessions
Am Nachmittag gab es ein feines Angebot an Sessions rund um den Mut. Da ja immer mehrere Sessions parallel laufen, musste ich mich entscheiden:
- Mit Jenny Reichel ging ich auf eine kurze Heldinnenreise und konnte mich mit einer Sparringspartnerin austauschen.
- Bei Martina Kohrn ging es um Körperhaltung und wir entwickelten eine Mut-Geste für den Alltag.
- In meiner eigenen Session zogen wir aus meinen Coachingkarten und wow, am Ende lag da eine Art Heldinnenreise für den Mut auf dem Tisch: Klarheit, Motivation, Bewegung, Gleichgültigkeit, Ungewissheit, Weitblick, Überfluss und Persönlichkeit markierten den Weg.
Danke
Danke an alle, die dabei waren für Offenheit und Freude und ehrliches Zuhören und Feedback. Danke für seelenwärmende Begegnungen, deren Mutfunken noch lange nachwirken.
Vor allem gilt mein Dank dir, liebe Heike Löwensen für die Idee den Mut auf Deutschlandtournee zu schicken. Ich wünsche dir, dass auch die Treffen in München am 24.Oktober und in Leipzig am 14. November von wunderbaren Menschen besucht werden.
Tickets München
Tickets Leipzig
Die Webseite von Mutmachen
Ein paar Fotos von diesem besonderen Tag






Mut-machen in 2027?
Ich wünsche mir, dass die Mutfunken auch ins nächste Jahr sprühen werden und Heike die Mut-Tournee fortsetzt.
Wer schreibt hier?

Hier bloggt Angelika, aka Freiraumfrau. Die, die ganz oft im Freiraumbus – einem Ford Nugget – unterwegs ist, der auch in Köln ums Eck am Straßenrand parkte.
Ich bin Künstlerin, Autorin, Innenarchitektin und Coach. Ich bringe die wesentlichen Themen eines Gesprächs mit dem Zeichenstift visuell auf den Punkt. Nenn es gerne Coaching mit Kunst. Ich nenne mein Angebot „Freiraum kreieren!“.
