#Reaktivzeichnen beim DigitalMediaCamp in München

Reaktivzeichnen

Anfang des Jahres lief mir in den Social Media das Digitalmediacamp über den Weg. Spontan habe ich mich angemeldet und entschieden, wenn ich zu einem Barcamp gehe, dann halte ich auch eine Session.
Denn Barcamps leben von der Teilnahme aller Teilnehmer. Außerdem besagt eine der Barcamp-Regeln, dass man möglichst beim ersten Barcamp auch eine Session anbieten soll. Okay, da ich mich in diesem Jahr auf das #Reaktivzeichnen konzentriere, und gerade das Thema Sketchnote und Graphic Recording in aller Munde ist, bereitete ich eine Session zum Zeichnen vor.

Am Samstag trafen sich über 120 Interessierte im Werk 1 auf dem Gelände der Kultfabrik. Nach Einchecken und W-Lan-Test gabs Frühstück und dann startete im Raum Google die große Vorstellungsrunde. Bei 127 Teilnehmern geht das nur dann flott, wenn alle sich auf 3 Hashtags beschränken. Spannend, wer was wie macht.
Bei der Sessionplanung habe ich dann mein Thema “Barcamp zeichnen für Blog & Co” kurz vorgestellt und konnte so ca. 20 Interessierte für meine Session gewinnen.

Spontan entschied ich, das ich nicht nur eine eigene Session halte, sondern auch selber meine Eindrücke des Tages und die Sessions, die ich besuche per Zeichnung festhalte. So entstanden dann in Echtzeit, erst in schwarz-weiß und anschließend colorierte Zeichungen.

DIe erste Session, die ich besuchte, war die von Michael Praetorius, der uns erzählte, was wir von Pornoseiten lernen können. Dort wird nämlich das Nutzerverhalten durch Cookies und Verweildauer, durch Fragen und jeder Menge anderer Methoden glasklar durchleuchtet und nachvollzogen und verwendet. Michael erklärte alles locker vom Hocker, während im Hintergrund auf der Leinwand eine einschlägige Pornoseite in Aktion zu sehen war. Eine, nennen wir es mal so, “interessante Erfahrung” so am frühen Morgen:-).

Um 14 Uhr startete meine Session. Ich hatte vorher 7 DIN A 2 Blätter an die Wände geklebt. Denn im digitalen Zeitalter erlebe ich gerade die Renaissance der analogen Zeichnung. Der Raum wurde voll, ca. 20 Leute waren da. Ich gebe zu, ich war ziemlich aufgeregt. Mit einem 45-minütigen Zeitfenster war es ziemlich sportlich, die Leute zum Zeichnen zu motivieren.
Schließlich ging es mir ja darum, dass jeder, der Lust hatte, im Laufe des Tages seine persönlichen Barcamp-Eindrücke und Erinnerungen skizzierte.

Wir zeichneten dann kreuz und quer auf die ausgehängten Blätter: Ideen zu Blattaufteilung, Lokation, Menschen, Emotionen, Kommunikation, Sessions.

Meine wichtigsten Tipps waren:
**Zeichne so einfach wie möglich. Versuch dich nur dann in der Perspektive, wenn du damit schon Erfahrung hast. Ansonsten reicht auch völlig eine Seitenansicht oder eine Draufsicht zu zeichnen.
**Wenn du etwas nicht gut zeichnen kannst, dann beschrifte es zusätzlich. (So wie, weiter unten auf meiner Zeichnung mit dem Krapfen)
**Eine große Hilfe ist die Google-Bildersuche.
**Erst mal alle Stifte und Papiere ausprobieren, die du so zu Hause rumliegen hat, damit du ein Feeling bekommt, was dir so taugt.
**Achte mal im Alltag darauf, wo dir in deinem Umfeld Gezeichnetes begegnet.

Mein allerwichtigster Tipp ist MACHEN. Dranbleiben. Jeden Tag zeichnen üben, z.B. sich ein visuelles Tagebuch anzulegen (wie hier in meinem YouTube-Video). Ich selber zeichne übrigens seit mehr als 30 Jahren fast täglich. Klar, dass mir das dann leichter von der Hand geht:-)
Vielen Dank an alle, die bei meiner Session dabei waren. Im Verlauf des Tages konnte ich dann schon ein paar Zeichnungen auf Twitter bewundern. Klasse!

Zur Schlußsession trafen wieder alle im großen Saal ein. 127 Teilnehmer hatten den Tag in insgesamt 27 Sessions verbracht. Die übereinstimmende Rückmeldung war, dass das DigitalMediaCamp auch 2017 gewünscht wird. Dann gerne mit 2 Tagen. Für mich persönlich könnten auch die Pausen zwischen den einzelnen Sessions länger sein.
Es gab großen Applaus für @luisante, die den Tag moderiert hatte.

Bei wunderbaren Gesprächen und einer superleckeren Pizza aus dem Foodtruck, der im Hof vorgefahren war, klang der Abend aus. Für mich wär die Musik, die den Abend zur Party machen sollte, nicht nötig gewesen. Meiner Beobachtung nach wollten die Leute sich lieber unterhalten.

Danke für einen wunderbaren Tag mit einer klasse Organisation, leckerem Essen, jeder Menge Getränken, tollen Gesprächen und natürlich inspirierenden Sessions.

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